Raster zur Erfassung von Einsatzarten und Fahrzeugbedarf im Fuhrpark
Bild: Flottenschreiber

Fuhrparkplanung

Teil von Fuhrparkplanung im Betrieb: Bedarf, Budget und Beschaffung

Fahrzeugbedarf im Betrieb systematisch ermitteln: Erfassungsraster und Auswertung

Fahrzeugbedarf ermitteln: Erfassungsraster mit sieben Feldern, ausgefülltem Beispiel, Auswertung in vier Schritten und Bedarfsliste für Stamm- und Spitzenbedarf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erfasst werden Einsatzarten, nicht FahrzeugeAus den Aufgaben des Betriebs entsteht der Bedarf.
  • Das Raster führt je Zeile eine Einsatzart und je Spalte einen Wochentag mit Zeitfenster, Dauer, Strecke und Fahrzeugtyp.
  • Vier Wochen zeigen Grundmuster, ein Quartal zeigt Saisonspitzen.
  • Die Auswertung rechnet belegte Stunden gegen verfügbare Stunden und trennt Stammbedarf von Spitzenbedarf.
  • Ergebnis ist eine Bedarfsliste mit Fahrzeugzahl je Wochentag und einer Regel für Spitzentage.

Erfassung vorbereiten: vier Schritte mit festen Zuständigkeiten

Erfassung vorbereiten in vier Schritten

  1. ZuständigkeitFuhrparkleitung führt Blatt, Disposition meldet nach
  2. Zeitraumvier Wochen Montag bis Sonntag mit Datum
  3. ErfassungsblattZeile je Einsatzart, Spalte je Wochentag
  4. StammdatenKennzeichen, Typ, Gesamtmasse, Aufbau, Stunden

Das Erfassungsraster mit sieben Feldern

Je Fahrt werden sieben Angaben notiert: Datum, Einsatzart, Wochentag, Zeitfenster, Dauer in Stunden, Strecke in Kilometern und eingesetztes Fahrzeug. Die ersten sechs Felder füllt der Fahrer aus, das siebte die Disposition.

Sieben Felder je Fahrt

  • Datum der Fahrt
  • Einsatzart
  • Wochentag
  • Zeitfenster von bis
  • Dauer in Stunden
  • Strecke in Kilometern
  • Eingesetztes Fahrzeug

Ausgefüllt sieht eine Woche so aus:

Das Erfassungsraster

DatumEinsatzartZeitfensterDauerStreckeFahrzeug
Mo, 03.03.Montage Nord07:00 bis 15:008 h62 kmTransporter 1
Mo, 03.03.Materialtransport09:00 bis 13:004 h28 kmTransporter 2
Mi, 05.03.Montage Nord07:00 bis 15:008 h62 kmTransporter 1
Mi, 05.03.Materialtransport09:00 bis 13:004 h28 kmTransporter 2
Mi, 05.03.Kundendienst Süd13:00 bis 19:006 h95 kmkeines frei

Die letzte Zeile ist der entscheidende Fund: Am Mittwoch steht kein Fahrzeug bereit. Solche Überschneidungen macht das Raster sichtbar, weil Einsatzart und Zeitfenster in einer Zeile nebeneinander stehen.

Auswertung in vier Schritten

  1. Stunden je Tag addierenFür jeden Wochentag werden die belegten Stunden aller Einsatzarten summiert.
  2. Kapazität je Tag bestimmenverfügbare Fahrzeuge mal verfügbare Stunden, abzüglich Ausfalltage.
  3. Lücke je Tag berechnenbelegte Stunden minus Kapazität. Ein positiver Wert ist Zusatzbedarf.
  4. Tage mit Zusatzbedarf zählenDie Zahl dieser Tage im Erfassungszeitraum bestimmt den Spitzenbedarf.

Beispielrechnung, keine Branchenwerte: Zwei Transporter stehen Montag bis Freitag je acht Stunden bereit, also sechzehn Stunden am Tag. Belegt sind Montag und Freitag zwölf Stunden, Mittwoch achtzehn Stunden. Am Mittwoch fehlen zwei Stunden. In vier Wochen tritt diese Überschneidung an jedem Mittwoch auf, also sechsmal.

Bedarfsliste: Stammbedarf und Spitzenbedarf getrennt

Die Auswertung mündet in eine Liste mit zwei Blöcken. Stammbedarf ist die Stundenmenge, die in jeder der vier Wochen anfiel. Spitzenbedarf ist der Zusatz an einzelnen Tagen.

Bedarfsliste

Wochentagbelegte StundenKapazitätLückeStammbedarfSpitzenbedarfAbdeckung
Montag12 h16 h0 h12 h0 hzwei Fahrzeuge
Mittwoch18 h16 h2 h12 h6 hMietwagen oder Fahrt verschieben
Freitag12 h16 h0 h12 h0 hzwei Fahrzeuge

Für den Spitzenbedarf werden in dieser Reihenfolge geprüft: Fahrt verschieben, Fahrten bündeln, Mietwagen für den Tag, Reservefahrzeug. Jede Position erhält die Zahl der Tage, an denen sie im Jahr gebraucht wird.

Für den Stammbedarf nennt die Liste die Zahl dauerhaft benötigter Fahrzeuge, hier zwei. Vor einer Beschaffung werden die Kosten mit dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes auf den aktuellen Stand gebracht.

Ausfallzeiten und Prüffristen einplanen

Werkstattaufenthalte, Hauptuntersuchung und Urlaub senken die verfügbare Zeit. Welche Prüf- und Wartungsfristen gelten, fasst die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung für Fahrzeuge zusammen. Je Fahrzeug wird ein Ausfalltag pro Quartal angesetzt, die Disposition bestätigt den Termin zwei Wochen vorher.

Amtliche Vergleichswerte für die Bedarfsgröße

Für die Größenordnung des eigenen Bedarfs helfen die Tabellen des Statistischen Bundesamtes zum Verkehr, etwa zu Fahrzeugbestand und Fahrleistung. Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg weist den Fahrzeugbestand nach Segmenten aus und stützt damit die Typauswahl. Beide Quellen ersetzen die eigene Erfassung nicht, sie ordnen sie ein.

Häufige Fragen

Kann der Fahrzeugbedarf in zwei Wochen erfasst werden?

Zwei Wochen zeigen Grundmuster, verdecken aber Monatsspitzen. Saisonbetriebe erfassen ein Quartal.

Zählt die Auslastung in Stunden oder in Kilometern?

Stunden zeigen Überschneidungen im Tagesablauf, Kilometer die Laufleistung. Für die Bedarfsfrage ist die Stunde aussagekräftiger, weil sie die Verfügbarkeit abbildet.

Wie entsteht die Reserve?

Eine feste Quote lässt sich aus den Daten nicht ableiten. Sie ergibt sich aus der Zahl der Tage, an denen der Spitzenbedarf die Kapazität übersteigt.

Wer prüft die Bedarfsliste?

Die Fuhrparkleitung erstellt sie, die Geschäftsführung gibt sie frei. Geprüft wird einmal jährlich nach dem Quartalsende.

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