Fahrzeugkosten
Teil von Fahrzeugkosten berechnen: Vollkosten pro Kilometer und Jahr
Fahrzeugkosten berechnen Leasing oder Kauf im Vergleich
Leasing oder Kauf Fahrzeugkosten: Beispielrechnung in Euro über 48 Monate, dazu steuerliche Behandlung, Abschreibung, Vorsteuer und Restwert im Fuhrparkvergleich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Leasing verteilt die Anschaffung auf Monatsraten, der Kauf bündelt sie im Beschaffungsjahr.
- Die Beispielrechnung über 48 Monate ergibt 19.300 Euro beim Kauf und 19.732 Euro beim Leasing.
- Leasingraten sind sofort Betriebsausgabe, beim Kauf verteilt die Abschreibung 30.000 Euro über sechs Jahre.
- Das Restwertrisiko trägt beim Leasing der Leasinggeber, beim Kauf der Fuhrpark.
- Mehrkilometer und Rückgabeschäden können den knappen Leasingvorteil umkehren.
Zwei Wege zur gleichen Kapitalbindung
Beide Modelle führen zum selben Fahrzeug, nur zu unterschiedlichen Zahlungszeitpunkten. Beim Kauf fließt der Kaufpreis einmalig, beim Leasing verteilt er sich auf die Monatsraten. Damit ein Vergleich trägt, müssen Laufzeit, Laufleistung, Fahrzeug und Ausstattung identisch sein.
Der Unterschied liegt damit nicht in der Höhe, sondern im Zeitpunkt und in der Risikoverteilung. Wer Kapital im Betrieb halten will, zahlt für diese Flexibilität. Wer die Belastung glätten möchte, sucht die gleichmäßige Rate.
Beispielrechnung für eine Kompaktklasse über 48 Monate
Angenommen werden ein Listenpreis von 30.000 Euro netto, 20.000 Kilometer pro Jahr, 48 Monate Haltedauer, eine Vollfinanzierung zu 4,5 Prozent, ein Wiederverkaufswert von 13.500 Euro netto sowie eine Leasingrate von 359 Euro netto mit 2.500 Euro Sonderzahlung. Alle Beträge sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer.
| Position | Kauf | Leasing |
|---|---|---|
| Kaufpreis oder Sonderzahlung | 30.000 Euro | 2.500 Euro |
| Raten über 48 Monate | 0 Euro | 17.232 Euro |
| Finanzierungsanteil | 2.800 Euro | in der Rate enthalten |
| Verkaufserlös nach 48 Monaten | 13.500 Euro | entfällt |
| Summe über 48 Monate | 19.300 Euro | 19.732 Euro |
| Belastung pro Monat | 402 Euro | 411 Euro |
Betriebskosten wie Kraftstoff oder Strom, Wartung, Reifen und Versicherung fallen in beiden Fällen an und bleiben hier außerhalb der Rechnung. Sie verschieben sich, sobald der Leasingvertrag ein Wartungspaket enthält oder Vollkasko vorschreibt. Dann steigt die Rate, während die Einzelrechnungen sinken.
Im Cashflow liegen beide Varianten auseinander: Der Kauf verlangt im ersten Jahr die volle Summe oder eine hohe Tilgung, das Leasing gleichmäßige Raten über die gesamte Laufzeit. Für die Gesamtkosten ist das ohne Bedeutung, für die Liquiditätsplanung nicht.
Schritt für Schritt zur belastbaren Vergleichsrechnung
- Haltedauer und Jahresfahrleistung für beide Angebote gleich ansetzen.
- Einmalkosten erfassen, also Kaufpreis, Sonderzahlung, Überführung und Zulassung.
- Laufende Kosten trennen: Rate oder Zins, Wartung, Reifen, Versicherung, Kraftstoff oder Strom.
- Restwert ansetzen, beim Kauf als erwarteten Verkaufserlös, beim Leasing als vertragliche Kilometergrenze.
- Vorsteuer und Abschreibung einbeziehen, danach die Summen über die Laufzeit vergleichen.
Mehrkilometer und Rückgabe verändern das Ergebnis
Die Rechnung unterstellt exakt 80.000 Kilometer. Kommen 15.000 Kilometer hinzu, berechnet der Leasinggeber meist 8 bis 12 Cent je Kilometer. Bei 9 Cent ergibt das 1.350 Euro Nachzahlung, womit das Leasing mit 21.082 Euro über dem Kauf liegt.
Auch die Rückgabe wird geprüft. Kratzer, Reifenprofil und Serviceheft führen zu Nachforderungen, die vorab schwer zu schätzen sind. Beim Kauf entfallen diese Prüfungen, dafür bleibt das Risiko eines schwachen Gebrauchtwagenmarktes vollständig beim Betrieb.
Steuerliche Behandlung von Rate und Abschreibung
Bei betrieblichem Leasing sind die Raten Betriebsausgaben, die enthaltene Umsatzsteuer wird monatlich als Vorsteuer gezogen. Eine Sonderzahlung ist bei kurzen Laufzeiten im Zahlungsjahr abziehbar, bei längeren Verträgen verlangt die Finanzverwaltung eine Verteilung über die Grundmietzeit.
Beim Kauf läuft die Abschreibung nach AfA-Tabelle. Für Pkw sind dort sechs Jahre hinterlegt, bei 30.000 Euro netto also 5.000 Euro jährlich. Nach 48 Monaten verbleibt ein Restbuchwert von 10.000 Euro. Ein Verkauf für 13.500 Euro erzeugt damit einen steuerpflichtigen Gewinn von 3.500 Euro, der den scheinbaren Vorteil des höheren Erlöses mindert.
Die private Nutzung folgt in beiden Modellen derselben Regel, entweder über ein Fahrtenbuch oder über die pauschale 1-Prozent-Regelung auf den Listenpreis.
Restwert, Förderung und Preissteigerung
Den Restwert kalkuliert beim Leasing der Leasinggeber und legt ihn in die Rate ein, das Marktrisiko trägt er. Beim Kauf liegt dieses Risiko vollständig beim Betrieb, der dafür von stabilen Gebrauchtwagenpreisen profitiert.
Bei Elektrofahrzeugen senken Zuschüsse den Kaufpreis und damit die Abschreibungsbasis. Die Förderdatenbank des Bundes führt Programme für gewerbliche Flotten.
Betriebskosten entwickeln sich unterschiedlich schnell, Kraftstoff, Strom und Wartung folgen eigenen Kurven. Zur Fortschreibung der Annahmen dient der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes, der einzelne Gütergruppen getrennt ausweist.
Bei Elektrofahrzeugen kommen Ladestrom und Ladeinfrastruktur als eigener Kostenblock hinzu. Die Verbraucherzentrale bündelt Hinweise zur E-Mobilität für gewerbliche und private Nutzer.
Häufige Fragen
Wie wirkt sich die Umsatzsteuer auf den Vergleich aus?
Beim Kauf wird die Umsatzsteuer der Anschaffung sofort gezogen, bei 35.700 Euro brutto sind das 5.700 Euro. Beim Leasing steckt sie in jeder Rate und wird monatlich verrechnet.
Wer trägt beim Leasing das Restwertrisiko?
Der Leasinggeber kalkuliert den Restwert und trägt das Marktrisiko. Der Leasingnehmer haftet dagegen für Schäden, Mehrkilometer und fehlende Wartung.
Wann ist der Kauf günstiger?
Bei langer Haltedauer, hoher Fahrleistung und stabilem Wiederverkaufswert. Dann sinkt der Wertverlust je Monat unter die Leasingrate.
Warum weicht meine Rate von der Beispielrechnung ab?
Raten hängen von Modell, Ausstattung, Laufleistung, Laufzeit, kalkuliertem Restwert und Bonität ab. Die Rechenstruktur bleibt gleich, die Beträge ändern sich.