Fahrzeugkosten
Fahrzeugkosten berechnen: Vollkosten pro Kilometer und Jahr
Fahrzeugkosten berechnen: So ermitteln Fuhrparkleiter Vollkosten pro Kilometer und Jahr aus Abschreibung, Energie, Wartung, Versicherung und Steuern.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vollkosten je Kilometer machen Leasing, Kauf, Diesel und Elektroantrieb erst vergleichbar.
- Acht Kostenblöcke gehören in die Rechnung: Abschreibung, Energie, Wartung, Reifen, Versicherung, Steuer, Verwaltung und Ladeinfrastruktur.
- In der Beispielrechnung unten kostet ein Elektro-Kleinwagen 0,47 Euro je Kilometer, ein Diesel-Kastenwagen 0,55 Euro, jeweils netto.
- Bei 12.000 Kilometern Fahrleistung steigen beide Werte, bei 30.000 Kilometern sinken sie.
- Ohne Fortschreibung über Preisindizes verlieren Planzahlen nach zwei Jahren ihre Aussagekraft.
Die acht Kostenblöcke der Vollkostenrechnung
Vollkosten sind die Summe aller Aufwendungen, die ein Fahrzeug in einem festen Zeitraum verursacht. Einmalige und laufende Posten gehören dazu, fixe und kilometerabhängige ebenso. In der Beispielrechnung weiter unten entfallen rund 40 Prozent auf die Abschreibung und 60 Prozent auf alle übrigen Blöcke.
Die Abschreibung bildet den Wertverlust ab. Sie ergibt sich aus dem Anschaffungspreis abzüglich des erwarteten Restwerts, verteilt auf die Haltedauer. Bei einem Fahrzeug für 34.000 Euro netto, einem Restwert von 13.600 Euro und vier Jahren Haltedauer sind das 5.100 Euro im Jahr.
Energie ist der zweite große Block. Bei Verbrennern zählt der Kraftstoffpreis je Liter, bei Elektrofahrzeugen der Strompreis je Kilowattstunde. Multiplizieren Sie den Verbrauch je 100 Kilometer mit dem Preis und der Jahresfahrleistung.
Wartung und Reparatur folgen den Herstellervorgaben. Serviceintervalle, Bremsen, Kupplung und Auspuff unterscheiden sich je nach Antrieb deutlich. Elektroautos sparen beim Ölwechsel, brauchen aber weiterhin Bremsen, Reifen und Klimaservice.
Reifen rechnen Sie über Satzpreis und erwartete Laufleistung. Rechnen Sie für einen Kastenwagen mit rund 800 Euro netto je Reifensatz und 40.000 Kilometern Laufleistung. Bei 20.000 Kilometern im Jahr ergibt das 400 Euro jährlich.
Versicherung und Kfz-Steuer sind Fixkosten. Die Versicherung richtet sich nach Fahrzeugklasse, Regionalklasse und Schadenverlauf der Flotte. Reine Elektrofahrzeuge bleiben bei Erstzulassung bis Ende 2025 für längstens zehn Jahre, höchstens bis Ende 2030, von der Kfz-Steuer befreit.
Verwaltung, Telematik und Fahrerbetreuung kosten Geld, auch wenn sie selten in der Fahrzeugakte stehen. Softwarelizenzen, Tankkarten, Schulungen und Schadensbearbeitung liegen je Fahrzeug zwischen 300 und 900 Euro pro Jahr.
Die Ladeinfrastruktur ist ein eigener Block. Eine Wallbox mit 11 Kilowatt kostet zwischen 800 und 2.500 Euro inklusive Installation. Dazu kommen Messdienst, Abrechnung und der anteilige Netzanschluss. Förderprogramme ändern sich regelmäßig; das Bundesumweltministerium fasst die Rahmenbedingungen für nachhaltige Mobilität und die Förderlogik für gewerbliche Flotten zusammen.
Kostenblöcke, Rechenbasis und typische Höhe
| Kostenblock | Art | Typische Höhe pro Jahr | Rechenbasis |
|---|---|---|---|
| Abschreibung oder Leasingrate | fix | 3.600 bis 7.200 Euro | Anschaffung minus Restwert, geteilt durch Haltedauer |
| Kraftstoff oder Strom | variabel | 1.500 bis 3.500 Euro | Verbrauch je 100 Kilometer mal Preis mal Fahrleistung |
| Wartung und Reparatur | überwiegend variabel | 400 bis 1.200 Euro | Herstellervorgabe oder historischer Wert |
| Reifen | variabel | 300 bis 900 Euro | Satzpreis geteilt durch Laufleistung |
| Versicherung | fix | 600 bis 1.800 Euro | Tarif, Regionalklasse, Schadenverlauf |
| Kfz-Steuer | fix | 0 bis 500 Euro | Hubraum und Kohlendioxidwert |
| Verwaltung und Telematik | fix | 300 bis 900 Euro | Software, Personal, Geräte |
| Ladeinfrastruktur | fix und variabel | 0 bis 1.500 Euro | Wallbox, Messdienst, Abrechnung |
Rechenweg in fünf Schritten
Fünf Arbeitsschritte führen von der Einzelposition zum Kilometerwert.
Haltedauer und Jahresfahrleistung festlegen. Vier Jahre und 20.000 Kilometer sind für Liefer- und Servicefahrzeuge ein üblicher Ansatz. Wer die Fahrzeuge länger behält, senkt die jährliche Abschreibung, steigert aber Wartungskosten und Ausfallrisiko.
Anschaffungspreis und Restwert bestimmen. Rabatte ziehen Sie ab, Überführungskosten und Aufbauten addieren Sie. Förderungen mindern die Basis. Den Restwert schätzen Sie über Bewertungsdienste wie DAT oder Schwacke oder über eigene Verkaufserlöse.
Variable Kosten je Kilometer berechnen. Energie, Reifen, Wartung und Schadenselbstbehalt gehören dazu. Teilen Sie den Jahresbetrag durch die Jahresfahrleistung.
Fixkosten je Jahr addieren. Versicherung, Kfz-Steuer, Verwaltung, Telematik und der jährliche Anteil der Ladeinfrastruktur gehören in diesen Block.
Summe durch die Jahresfahrleistung teilen. Das Ergebnis ist der Vollkostenwert je Kilometer. Bilden Sie zusätzlich die Monatskosten je Fahrzeug, damit das Controlling den Wert direkt in die Planung übernimmt.
Beispielrechnung: Elektro-Kleinwagen gegen Diesel-Kastenwagen
Beide Fahrzeuge laufen vier Jahre und 20.000 Kilometer im Jahr. Alle Werte sind Nettobeträge ohne Umsatzsteuer. Der Strompreis entspricht der Depotladung, der Dieselpreis ist der Nettoanteil eines Bruttopreises von 1,65 Euro je Liter.
| Position | Elektro-Kleinwagen | Diesel-Kastenwagen |
|---|---|---|
| Anschaffung netto | 32.000 Euro | 34.000 Euro |
| Restwert nach vier Jahren | 12.800 Euro | 13.600 Euro |
| Abschreibung pro Jahr | 4.800 Euro | 5.100 Euro |
| Verbrauch je 100 Kilometer | 17 Kilowattstunden | 8,5 Liter |
| Energiepreis netto | 0,45 Euro je Kilowattstunde | 1,39 Euro je Liter |
| Energiekosten bei 20.000 Kilometern | 1.530 Euro | 2.363 Euro |
| Wartung und Reparatur | 450 Euro | 900 Euro |
| Reifen | 500 Euro | 700 Euro |
| Versicherung | 900 Euro | 1.100 Euro |
| Kfz-Steuer | 0 Euro | 310 Euro |
| Verwaltung und Telematik | 600 Euro | 600 Euro |
| Ladeinfrastruktur anteilig | 600 Euro | 0 Euro |
| Summe pro Jahr | 9.380 Euro | 11.073 Euro |
| Vollkosten je Kilometer | 0,47 Euro | 0,55 Euro |
Der Unterschied beträgt 1.693 Euro pro Jahr zugunsten des Elektrofahrzeugs. Über vier Jahre summiert sich das auf 6.772 Euro. Der Vorsprung entsteht vor allem bei Energie, Wartung und Steuer.
Prüfen Sie die Sensitivität. Kostet der Elektro-Kleinwagen in der Anschaffung 3.000 Euro mehr als der Diesel, amortisiert sich dieser Aufpreis nach rund 1,8 Jahren. Danach arbeitet das Fahrzeug günstiger.
Ein zweiter Hebel ist der Strompreis. Rechnen Sie mit 0,59 Euro je Kilowattstunde an der öffentlichen Wechselstromsäule statt 0,45 Euro im Depot, steigen die Energiekosten auf 2.006 Euro im Jahr. Der Vorteil schrumpft dann auf 1.217 Euro.
Ein dritter Hebel ist die Fahrleistung. Bei mehr Kilometern verteilen sich die Fixkosten breiter, und der niedrigere Energiepreis je Kilometer wirkt stärker. Bei 30.000 Kilometern wächst der Vorteil auf 2.160 Euro im Jahr.
Wie sich die Vollkosten mit der Fahrleistung verschieben
Die Fixkosten bleiben, die Kilometer ändern sich. Deshalb sinkt der Kilometerpreis mit steigender Fahrleistung. Wartung und Reifen steigen mit, aber unterproportional. Für die beiden Beispielfahrzeuge ergeben sich drei Szenarien.
| Jahresfahrleistung | Elektro-Kleinwagen | Diesel-Kastenwagen |
|---|---|---|
| 12.000 Kilometer | 8.618 Euro, 0,72 Euro je Kilometer | 9.828 Euro, 0,82 Euro je Kilometer |
| 20.000 Kilometer | 9.380 Euro, 0,47 Euro je Kilometer | 11.073 Euro, 0,55 Euro je Kilometer |
| 30.000 Kilometer | 10.545 Euro, 0,35 Euro je Kilometer | 12.705 Euro, 0,42 Euro je Kilometer |
Bei 12.000 Kilometern schrumpft der Vorteil des Elektrofahrzeugs auf 1.210 Euro im Jahr. Bei 30.000 Kilometern wächst er auf 2.160 Euro. Wer Fahrzeuge mit sehr niedriger Laufleistung betreibt, verschenkt einen Teil des Antriebsvorteils.
Die Tabelle zeigt außerdem, warum ein und dasselbe Fahrzeug in zwei Abteilungen unterschiedlich teuer wirkt. Ein Kurierfahrzeug mit 30.000 Kilometern erreicht andere Kilometerkosten als ein Poolfahrzeug mit 12.000 Kilometern.
Abschreibung und Restwert: die größte Einzelposition
Die kalkulatorische Abschreibung ist keine Steuerposition, sondern eine Kostenverteilung. Die Formel lautet: Anschaffungspreis minus Restwert, geteilt durch die Zahl der Haltemonate. Diesen Monatswert multiplizieren Sie mit zwölf.
Der Restwert hängt von Modell, Laufleistung, Zustand und Marktlage ab. Nach vier Jahren und 80.000 Kilometern liegt er bei Kompaktwagen häufig bei 35 bis 45 Prozent des Listenpreises. Bei Transportern sind 40 bis 50 Prozent realistisch.
Leasing verschiebt das Restwertrisiko auf den Leasinggeber. Dafür zahlen Sie einen Zinsanteil und oft eine Sonderzahlung. Rechnen Sie die Rate niemals allein, sondern addieren Sie Wartung, Reifen und Schadenselbstbehalt hinzu.
Full-Service-Leasing bündelt Rate, Wartung, Reifen und teilweise Versicherung. Der Vergleich mit dem Kauf gelingt nur über denselben Leistungsumfang. Für einen Kastenwagen liegt ein Full-Service-Paket häufig bei 550 bis 750 Euro netto im Monat.
Prüfen Sie beim Restwertleasing die Rückgabekonditionen. Kalkulieren Sie einen Puffer von 500 bis 1.000 Euro je Fahrzeug für Nachberechnungen ein. Diese Kosten gehören in die Vollkostenrechnung, auch wenn sie erst am Vertragsende anfallen.
Bilden Sie für jede Fahrzeugklasse einen eigenen Restwertprozentsatz. Ein einheitlicher Wert über alle Modelle verzerrt den Vergleich zwischen Kleinwagen und Transporter erheblich.
Energie, Verbrauch und Preise
Verbrauchswerte aus dem Datenblatt sind Laborwerte. Nutzen Sie den Realverbrauch Ihrer Flotte aus Tank- und Ladedaten. Ein Kastenwagen mit 7,5 Liter Normverbrauch liegt im Verteilerverkehr oft bei 9 bis 11 Litern auf 100 Kilometern.
Kraftstoffpreise schwanken im Jahresverlauf um 20 bis 30 Cent je Liter. Kalkulieren Sie mit dem Durchschnitt der letzten zwölf Monate und prüfen Sie quartalsweise nach. Die Preisentwicklung für Kraftstoffe und Instandhaltung lässt sich über den Verbraucherpreisindex und die Inflationsrate des Statistischen Bundesamtes nachvollziehen.
Bei Elektrofahrzeugen entscheidet der Ladepunkt über den Preis. Depotstrom liegt netto oft zwischen 0,25 und 0,45 Euro je Kilowattstunde. Öffentliches Wechselstromladen kostet 0,50 bis 0,79 Euro, Gleichstromladen 0,79 bis 1,09 Euro, jeweils ohne Grundgebühr.
Tarife mit monatlicher Grundgebühr senken den Arbeitspreis, rechnen sich aber erst ab einer Mindestabnahme. Rechnen Sie zusätzlich Ladeverluste von 8 bis 12 Prozent ein. Die Tarifmodelle und Preisbestandteile beim Laden von Elektrofahrzeugen erläutert die Verbraucherzentrale im Detail.
Erlöse aus der Treibhausgasminderungsquote können die Stromkosten mindern, sind aber seit 2024 deutlich gefallen. Setzen Sie diese Erlöse vorsichtig an und nicht als festen Bestandteil der Kalkulation.
Wartung, Reifen und Ausfallzeiten
Wartungskosten steigen mit Alter und Laufleistung. Ein Elektrofahrzeug liegt bei 300 bis 600 Euro im Jahr, ein Diesel-Kastenwagen bei 700 bis 1.200 Euro. Hinzu kommen ungeplante Reparaturen nach Ablauf der Garantie.
Reifen sind laufleistungsabhängig. Für einen Kastenwagen rechnen Sie mit 0,02 bis 0,04 Euro je Kilometer. Bei 20.000 Kilometern ergibt das 400 bis 800 Euro im Jahr, abhängig von Achse und Fahrweise.
Ausfallzeiten sind der unterschätzte Posten. Steht ein Fahrzeug drei Tage in der Werkstatt und wird durch einen Mietwagen für 70 Euro am Tag ersetzt, kostet das 210 Euro. Bei Servicetouren kommt der Ausfall der Fahrerleistung hinzu.
Vertragswerkstätten sind teurer, aber im Leasing oft Vorgabe. Freie Werkstätten senken die Stundensätze um 20 bis 35 Prozent. Prüfen Sie die Garantiebedingungen, bevor Sie die Bindung wechseln.
Führen Sie eine Schadensstatistik je Fahrer und je Fahrzeug. Wiederkehrende Schäden an derselben Baugruppe sind ein Signal für falsche Beladung oder Fahrweise und damit für vermeidbare Kosten.
Versicherung, Steuern und Verwaltungskosten
Flottenverträge bündeln alle Fahrzeuge in einer Police. Der Beitrag richtet sich nach Schadenquote, Fahrzeugklassen und Regionalklassen. Eine Flotte mit 30 Fahrzeugen verhandelt andere Sätze als ein Betrieb mit drei Fahrzeugen.
Die Schadenquote ist die zentrale Steuergröße im Versicherungsgespräch. Liegt sie über 70 Prozent, steigt der Beitrag bei der nächsten Erneuerung. Fahrerschulungen und Telematik können die Quote senken.
Bei Pkw, die ab 2021 erstmals zugelassen wurden, besteht die Kfz-Steuer aus einem Hubraumanteil und einem Kohlendioxidanteil. Der Hubraumanteil beträgt 2,00 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter bei Ottomotoren und 9,50 Euro bei Dieselmotoren.
Ein Diesel-Pkw mit 2.000 Kubikzentimetern Hubraum und 150 Gramm Kohlendioxid je Kilometer kommt auf rund 310 Euro im Jahr. Leichte Nutzfahrzeuge werden nach zulässigem Gesamtgewicht besteuert, sofern sie nicht als Pkw eingestuft sind.
Verwaltungskosten summieren sich leise. Tankkarten kosten 3 bis 8 Euro je Karte und Monat. Telematikgeräte schlagen mit 5 bis 15 Euro je Fahrzeug und Monat zu Buche. Ein digitales Fahrtenbuch liegt bei 3 bis 10 Euro je Fahrzeug und Monat.
Bündeln Sie diese Positionen in einer eigenen Kostenstelle. Sonst tauchen sie in der Buchhaltung unter Software oder Personal auf und fehlen in der Vollkostenrechnung.
Fahrleistung und Auslastung als Kostentreiber
Die Jahresfahrleistung ist der Divisor der Rechnung. Wer sie zu hoch ansetzt, rechnet die Kosten je Kilometer klein. Ermitteln Sie die Werte aus Tankdaten, Telematik oder Fahrtenbüchern, nicht aus Schätzungen.
Das Bundesamt für Logistik und Mobilität, bis 2023 Bundesamt für Güterverkehr, bündelt Regelungen zur gewerblichen Tourenplanung und Auslastung. Dort finden Sie auch Hinweise zu Lenk- und Ruhezeiten sowie zur Maut.
Auslastung wirkt doppelt. Ein besser ausgelastetes Fahrzeug fährt mehr Kilometer, verteilt die Fixkosten breiter und senkt die Kosten je Kilometer. Gleichzeitig steigen Wartung und Energie proportional mit.
Das Statistische Bundesamt stellt Tabellen zum Güterverkehr bereit, aus denen sich Transportaufkommen und Fahrleistung ablesen lassen. Nutzen Sie diese Werte als Benchmark für die eigene Planung.
Prüfen Sie zweimal im Jahr, ob die geplanten Kilometer noch zur Auftragslage passen. Weicht die Ist-Fahrleistung um mehr als 15 Prozent ab, korrigieren Sie die Vollkosten je Kilometer sofort.
Kennzahlen für den Flottenvergleich
Drei Kennzahlen reichen für den Steuerungsalltag: Kosten je Kilometer, Kosten je Fahrzeug und Monat, Kosten je Auftrag oder Stopp. Werten Sie alle drei getrennt nach Antrieb, Fahrzeugklasse und Standort aus.
Der Break-even zwischen zwei Fahrzeugen liegt dort, wo sich die Kostengeraden schneiden. Fixkostendifferenz geteilt durch die Differenz der variablen Kosten je Kilometer ergibt die Mindestfahrleistung. Beispiel: 3.000 Euro Aufpreis und 0,10 Euro Ersparnis je Kilometer bedeuten 30.000 Kilometer.
Rechnen Sie mit Nettobeträgen und einheitlicher Haltedauer. Mischen Sie keine Bruttoangebote in eine Netto-Rechnung. Sonst entstehen Scheinvorteile von mehreren Cent je Kilometer.
Vergleichen Sie außerdem Kosten je Tonne oder je Zustellung, wenn Ihr Fuhrpark Lieferverkehr fährt. Diese Kennzahl verbindet Fahrzeugkosten und Transportleistung.
Was die Kalkulation verfälscht
Fünf Fehler tauchen in fast jeder Flottenrechnung auf: Umsatzsteuer nicht herausgerechnet, Restwert zu optimistisch, Ausfallzeiten ignoriert, Ladeinfrastruktur nicht umgelegt, Fahrerzeit doppelt verrechnet.
Optimistische Restwerte sind der häufigste Fehler. Ein um 2.000 Euro zu hoch angesetzter Restwert senkt die Kosten je Kilometer bei 80.000 Kilometern um 2,5 Cent. Über eine Flotte von 40 Fahrzeugen summiert sich das auf 40.000 Euro.
Zweiter Fehler: Ausfallzeiten bleiben außen vor. Drei Werkstatttage je Fahrzeug und Jahr mit Ersatzwagen kosten bei 40 Fahrzeugen rund 8.400 Euro jährlich.
Dritter Fehler: Die Ladeinfrastruktur wird als Investition verbucht, aber nie auf die Fahrzeuge umgelegt. Verteilen Sie Wallbox, Installation und Messdienst über die Abschreibungsdauer auf die angeschlossenen Fahrzeuge.
Fortschreibung mit Preisindizes
Planzahlen veralten. Der Verbraucherpreisindex liefert die Faktoren zum Fortschreiben. Steigt der Index zwischen zwei Jahren um 10 Prozent, multiplizieren Sie den alten Kostenwert mit 1,10.
Getrennte Indizes gibt es unter anderem für Kraftstoffe, für die Instandhaltung von Fahrzeugen und für Versicherungsdienstleistungen. Rechnen Sie jede Position mit ihrem eigenen Index fort, nicht die Gesamtsumme mit einem Mischwert.
Prüfen Sie die Fortschreibung mindestens einmal jährlich vor der Budgetplanung. Für Mehrjahresvergleiche legen Sie ein Basisjahr fest und rechnen alle Werte darauf um.
Dokumentieren Sie die verwendeten Indexstände und das Basisjahr. Bei einer Prüfung durch die Geschäftsführung oder den Betriebsrat zählt nachvollziehbares Zahlenmaterial, nicht das Ergebnis allein.
Datenquellen für Verbrauch und Fahrleistung
Vier Quellen liefern die Rohdaten: Tankkartenabrechnungen, Ladeabrechnungen, Telematikdaten und Fahrtenbücher. Führen Sie diese in einem System zusammen, damit Verbrauch und Kilometer pro Fahrzeug zusammenpassen.
Tankkarten liefern Betrag und Liter, aber keine Kilometer. Telematik liefert Kilometer, aber nicht immer den exakten Verbrauch. Erst die Verknüpfung beider Quellen ergibt einen belastbaren Verbrauchswert je 100 Kilometer.
Prüfen Sie monatlich auf Ausreißer. Ein Fahrzeug mit 30 Prozent Mehrverbrauch hat häufig ein technisches Problem oder eine undichte Stelle im Abrechnungssystem. Beides kostet Geld.
Legen Sie die Daten für mindestens 24 Monate ab. Erst danach lassen sich Saisoneffekte von echten Kostensteigerungen trennen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Vollkosten pro Kilometer?
Addieren Sie alle Kosten eines Fahrzeugs für zwölf Monate: Abschreibung oder Leasingrate, Energie, Wartung, Reifen, Versicherung, Steuern, Verwaltung und den Anteil der Ladeinfrastruktur. Teilen Sie die Summe durch die Jahresfahrleistung. Ein Fahrzeug mit 11.073 Euro Jahreskosten und 20.000 Kilometern liegt bei 0,55 Euro je Kilometer, netto gerechnet.
Welche Kosten gehören in die Abschreibung?
Anschaffungspreis abzüglich Restwert, verteilt auf die Haltedauer. Überführungskosten, Aufbauten und Sonderausstattung erhöhen die Basis, Förderungen mindern sie. Rabatte ziehen Sie vom Listenpreis ab, bevor Sie den Restwertprozentsatz anwenden.
Wie hoch ist der Restwert nach vier Jahren?
Bei Kompaktwagen und Transportern sind 35 bis 50 Prozent des Listenpreises üblich. Genaue Werte liefern Bewertungsdienste wie DAT oder Schwacke sowie eigene Verkaufserlöse. Laufleistung, Zustand und Marktlage verschieben den Wert deutlich.
Was kostet ein Elektrofahrzeug je Kilometer?
In der Beispielrechnung 0,47 Euro je Kilometer bei 20.000 Kilometern im Jahr. Bei 12.000 Kilometern steigt der Wert auf 0,72 Euro, bei 30.000 Kilometern sinkt er auf 0,35 Euro. Entscheidend sind Strompreis, Anschaffungspreis und Fahrleistung.
Wie oft sollte ich die Vollkosten neu berechnen?
Mindestens einmal jährlich zur Budgetplanung, bei starken Kraftstoff- und Strompreisschwankungen zusätzlich quartalsweise. Nach jeder Fahrzeugrückgabe prüfen Sie die Annahmen zu Restwert und Reparaturkosten und korrigieren die Planwerte.
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