Fuhrparkplanung

Teil von Ladeinfrastruktur Fuhrpark: Planung, Kosten und Betrieb

Ladeinfrastruktur Fuhrpark AC oder DC im Vergleich

AC- oder DC-Ladeinfrastruktur im Fuhrpark: Anschaffungskosten, Ladeleistung und Einsatzbereiche im Vergleich, mit Beispielrechnung in Euro für 20 Fahrzeuge.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • AC-Ladepunkte nutzen den eingebauten Lader des Fahrzeugs und liefern meist 11 kW bis 22 kW.
  • DC-Ladepunkte umgehen diesen Lader, arbeiten mit 50 kW bis über 350 kW und passen zu kurzen Standzeiten.
  • Ein AC-Ladepunkt kostet mit Installation oft 3.000 bis 6.000 Euro, ein DC-Ladepunkt mit 50 kW ein Mehrfaches davon.
  • Für die meisten Flotten lohnt die Mischung: Grundlast im Depot über AC, Spitzen und Zwischenladen über DC.
  • Netzanschluss, Lastmanagement und eichrechtliche Abrechnung prägen die Betriebskosten stärker als der Strompreis allein.

Wie Wechselstrom und Gleichstrom im Fahrzeug ankommen

Beim AC-Laden schickt die Wallbox Wechselstrom zum Fahrzeug. Gleichgerichtet wird er erst im Auto, im eingebauten Bordlader. Dessen Größe begrenzt die Leistung: Üblich sind 11 kW, mit größerem Bordlader 22 kW. Der Vergleich von AC- und DC-Ladeinfrastruktur beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stellt diese Aufteilung ins Zentrum.

Beim DC-Laden sitzt der Gleichrichter in der Ladesäule. Sie liefert Gleichstrom direkt an die Batterie, der Bordlader bleibt unbenutzt. So sind 50 kW, 150 kW oder mehr möglich, begrenzt durch Batterie und Temperatur. Über den gesamten Ladevorgang fließt diese Leistung jedoch nicht. Oberhalb von rund 80 Prozent Ladezustand sinkt sie deutlich, weil die Batterie dann schonender geladen wird.

Aus dieser Aufteilung folgen die Einsatzbereiche. AC-Laden ist langsam und günstig, DC-Laden schnell und teuer. Wer Fahrzeuge über Nacht oder über eine ganze Schicht abstellt, deckt den Bedarf mit AC. Wer tagsüber in kurzen Fenstern nachladen muss, braucht DC.

Was Ladepunkte kosten

Ladepunkt Leistung Investition je Ladepunkt (netto, Annahme) Typische Standzeit
AC-Wallbox 11 kW 3.000 bis 6.000 Euro 4 bis 10 Stunden
AC-Wallbox 22 kW 4.000 bis 8.000 Euro 3 bis 8 Stunden
DC-Säule 50 kW 30.000 bis 60.000 Euro 20 bis 60 Minuten
DC-Lader 150 kW 60.000 bis 120.000 Euro 10 bis 30 Minuten

Die Werte sind Annahmen für die folgenden Rechnungen und ersetzen kein Angebot. Kosten- und Marktdaten zu Ladeinfrastruktur pro Ladepunkt sammelt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in seiner Übersicht zur Elektromobilität. Tiefbau, Erdarbeiten und ein eventuell nötiger Transformator verteuern DC-Standorte überproportional.

Rechenbeispiel für einen Fuhrpark mit 20 Fahrzeugen

Angenommen werden 20 Transporter mit je 25.000 Kilometern im Jahr und 22 kWh Verbrauch pro 100 Kilometer. Das ergibt 5.500 kWh je Fahrzeug und 110.000 kWh im Jahr für die Flotte. Als Arbeitspreis setzen wir 0,25 Euro je kWh netto an.

Die Energiekosten betragen damit 110.000 mal 0,25 Euro, also 27.500 Euro im Jahr, ohne Umsatzsteuer.

Bei der Infrastruktur kalkulieren wir 18 AC-Wallboxen mit 11 kW zu je 4.500 Euro netto, zusammen 81.000 Euro. Dazu kommen zwei DC-Säulen mit 50 kW zu je 45.000 Euro, zusammen 90.000 Euro.

Die Gesamtinvestition liegt bei 171.000 Euro. Auf die zwei DC-Punkte entfallen 53 Prozent der Summe, obwohl sie nur ein Zehntel der Ladepunkte stellen.

Die Standzeit zeigt, warum AC für die Grundlast reicht. Eine 11-kW-Wallbox lädt in acht Stunden 88 kWh, genug für rund 400 Kilometer. Eine 50-kW-Säule liefert in 30 Minuten 25 kWh, also etwa 113 Kilometer. Die 18 AC-Punkte schaffen in einer Nacht 1.584 kWh, mehr als die rund 500 kWh, die die Flotte an einem Arbeitstag verbraucht.

DC bleibt die Reserve: für Fahrzeuge, die spät zurückkommen oder tagsüber nachladen müssen. 18 mal 11 kW plus zwei mal 50 kW ergeben knapp 300 kW Anschlussleistung. Diese Größe wird mit dem Netzbetreiber abgestimmt, und eine netzorientierte Steuerung kann die Ladeleistung zeitweise begrenzen. Die Rahmenbedingungen für Ladeinfrastruktur beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ordnen Netzanschluss und Betrieb ein.

Wann AC und wann DC die richtige Wahl ist

Handwerks- und Lieferfahrzeuge stehen abends und am Wochenende auf dem Betriebshof. Für sie genügt AC, solange die Standzeit länger als vier Stunden dauert. Außendienstfahrzeuge mit 40.000 Kilometern im Jahr und wechselnden Zielen brauchen dagegen öffentliche DC-Infrastruktur oder einen eigenen Schnellladepunkt am Standort.

Als Faustregel gilt: Zehn bis zwanzig Prozent der Ladepunkte werden als DC ausgeführt, der Rest als AC. Diese Mischung deckt den Nachtbedarf zuverlässig und hält die Investition im Rahmen. Wer seine Fahrzeuge ausschließlich nachts lädt, kann ganz auf DC verzichten.

Häufige Fragen

Reicht AC-Laden für einen Fuhrpark aus?

Ja, wenn die Fahrzeuge mehrere Stunden am Standort stehen. Acht Stunden an einer 11-kW-Wallbox bringen rund 88 kWh und damit etwa 400 Kilometer Reichweite. Entscheidend sind Standzeit und Tagesfahrleistung, nicht die Spitzenleistung.

Wie viele DC-Ladepunkte braucht ein Fuhrpark?

Als Orientierung dienen zehn bis zwanzig Prozent der Fahrzeugzahl. Maßgeblich ist, wie viele Fahrzeuge täglich mehr als 200 Kilometer fahren oder zwischen zwei Einsätzen nachladen müssen. Jeder zusätzliche DC-Punkt kostet ein Mehrfaches einer Wallbox.

Was kostet ein DC-Ladepunkt mit 150 kW?

In dieser Beispielrechnung liegen 150-kW-Lader zwischen 60.000 und 120.000 Euro netto inklusive Installation. Tiefbau, Kabelwege und ein Transformator treiben den Preis. Ein AC-Ladepunkt mit 11 kW bleibt bei 3.000 bis 6.000 Euro.

Warum ist das Eichrecht für die Kosten wichtig?

Wer Ladevorgänge nach Kilowattstunden gegenüber Dritten abrechnet, braucht eichrechtkonforme Zähler und eine transparente Preisangabe. Diese Technik verteuert den einzelnen Ladepunkt, unabhängig davon, ob er mit AC oder DC arbeitet.

Senkt Lastmanagement die Betriebskosten?

Ja. Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung auf die Fahrzeuge und vermeidet Lastspitzen. Da Netzbetreiber die Höchstleistung über den Leistungspreis abrechnen, sinken die Betriebskosten, wenn nicht alle Ladepunkte gleichzeitig mit voller Leistung ziehen.

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