Fuhrparkplanung
Teil von Ladeinfrastruktur Fuhrpark: Planung, Kosten und Betrieb
Was kostet Ladeinfrastruktur für den Fuhrpark pro Ladepunkt?
Kosten Ladeinfrastruktur Fuhrpark: Preise je Ladepunkt für AC-Wallbox, Netzanschluss, Tiefbau und DC-Schnelllader, dazu Förderquoten und eine Beispielrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- AC-Wallbox mit 11 kW: 1.000 bis 3.000 Euro je Ladepunkt inklusive Montage, netto ohne Umsatzsteuer.
- Netzanschluss, Zählerplatz und Tiefbau: 2.000 bis 10.000 Euro je Standort, unabhängig von der Zahl der Ladepunkte.
- DC-Schnellladepunkt ab 50 kW: 25.000 bis 100.000 Euro je Ladepunkt, zusätzlich oft ein Mittelspannungsanschluss.
- Förderung: Bund, Länder und Kommunen bezuschussen meist 40 bis 60 Prozent der Netto-Ausgaben.
- Vorsteuerabzugsberechtigte Fuhrparks rechnen netto und holen die 19 Prozent Umsatzsteuer zurück.
AC-Ladepunkte: Gerät, Montage und Preis je Ladepunkt
Ein Ladepunkt ist die Einheit, in der sich Ladeinfrastruktur kalkulieren lässt. Ein Standort mit zehn Wallboxen verteilt Netzanschluss und Tiefbau auf zehn Ladepunkte, ein Standort mit einer Wallbox trägt dieselben Fixkosten allein.
Wechselstrom-Ladepunkte bis 22 kW sind im Fuhrpark der Standard. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz grenzt AC- und DC-Ladeinfrastruktur nach Leistung, Technik und Regulierung voneinander ab (AC- und DC-Ladeinfrastruktur im Vergleich). Eine Wallbox mit 11 kW kostet als Gerät meist 400 bis 1.200 Euro netto. Modelle mit Lastmanagement, MID-Zähler und eichrechtskonformer Abrechnung liegen bei 900 bis 1.800 Euro netto.
Die Montage durch einen Elektrofachbetrieb kostet je Ladepunkt 300 bis 900 Euro, abhängig von Kabelweg, Untergrund und Wandabstand. Hinzu kommen Kleinmaterial, Überspannungsschutz und die Inbetriebnahme.
Unter dem Strich stehen je AC-Ladepunkt 1.000 bis 3.000 Euro netto. Im Bestandsbau mit langen Leitungswegen und neuen Kabeltrassen liegt der Wert am oberen Rand. Wallboxen mit 22 kW kosten mehr als 11-kW-Modelle, weil Kabel und Absicherung größer ausfallen.
Für die Vollkosten zählen auch die Betriebsausgaben: Abrechnung und Roaming, Backend, Wartung und wiederkehrende Prüfungen der Elektroanlage. Sie fallen jährlich an und liegen deutlich unter der Investition, bestimmen aber die Amortisation.
Netzanschluss, Zählerplatz und Tiefbau
Die größten Kostensprünge entstehen außerhalb der Wallbox. Ein neuer Hausanschluss oder eine Leistungserhöhung kostet je nach Netzbetreiber und Entfernung zum Transformator 1.000 bis 8.000 Euro.
Erdarbeiten für Kabeltrassen werden häufig mit 40 bis 90 Euro je Meter abgerechnet. Ein Zählerplatz mit Wandlerschrank, Verteiler und Lastmanagement kostet 2.000 bis 5.000 Euro.
Diese Positionen fallen je Standort an, nicht je Ladepunkt. Bei zehn Ladepunkten an einem Standort verteilen sich diese Fixkosten auf zehn Einheiten. Bei zwei Ladepunkten an zwei Standorten fallen sie zweimal an.
DC-Schnellladepunkte: eigene Größenordnung
Gleichstrom-Ladepunkte ab 50 kW kosten ein Vielfaches. Eine Säule mit 50 kW liegt bei 25.000 bis 50.000 Euro netto, ein Schnellladepunkt mit 150 bis 350 kW bei 60.000 bis 100.000 Euro netto.
Dazu kommen Mittelspannungsanschluss, Transformator und Tiefbau, häufig 20.000 bis 80.000 Euro je Standort. Bei mehreren Ladepunkten an einer gemeinsamen Leistungselektronik sinkt der Preis je Ladepunkt.
Der BDEW veröffentlicht Marktdaten und Positionspapiere zur Ladeinfrastruktur in Deutschland (Elektromobilität: Zahlen und Trends des BDEW).
Beispielrechnung: zehn AC-Ladepunkte
Beispielrechnung für einen Betriebshof mit zehn Wallboxen zu je 11 kW. Alle Beträge sind Nettobeträge ohne Umsatzsteuer.
- Zehn Wallboxen mit Montage zu 1.400 Euro: 14.000 Euro.
- Netzanschluss und Leistungserhöhung: 3.500 Euro.
- Tiefbau für 60 Meter Kabeltrasse zu 70 Euro je Meter: 4.200 Euro.
- Zählerplatz, Verteiler und Lastmanagement: 3.000 Euro.
- Summe: 24.700 Euro, das sind 2.470 Euro je Ladepunkt.
Bei einer Förderquote von 40 Prozent sinkt der Eigenanteil auf 14.820 Euro, also 1.482 Euro je Ladepunkt. Die Umsatzsteuer von 19 Prozent kommt hinzu, sofern der Fuhrpark sie nicht als Vorsteuer abziehen kann. Die Rechnung zeigt: Netzanschluss und Tiefbau entscheiden über den Preis je Ladepunkt.
Förderung: Zuschüsse, Quoten und Antragsfristen
Förderfähig sind in der Regel die Netto-Ausgaben. Bund, Länder und Kommunen fördern Ladeinfrastruktur über Zuschüsse, zinsgünstige Kredite und Kombinationen daraus (Förderprogramme in der Förderdatenbank des Bundes). Übliche Zuschussquoten liegen bei 40 bis 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Anträge sind in vielen Programmen vor Auftragserteilung zu stellen. Wer Wallboxen zuerst bestellt, verliert den Zuschuss. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Programm öffentlich zugängliche Ladepunkte verlangt.
Häufige Fragen
Womit muss ich je Ladepunkt mindestens rechnen?
Mit 1.000 bis 1.500 Euro netto, wenn Netzanschluss, Zählerplatz und Tiefbau vorhanden sind und die Wallbox an eine bestehende Unterverteilung angeschlossen wird.
Warum weichen die Kosten je Ladepunkt so stark ab?
Netzanschluss, Tiefbau und Zählerplatz sind Standortkosten. Sie fallen einmal an und verteilen sich auf die Zahl der Ladepunkte.
Lohnt sich Lastmanagement im Fuhrpark?
Ja, sobald mehrere Ladepunkte parallel laden. Lastmanagement erhöht die Anschaffungskosten, vermeidet aber eine teure Leistungserhöhung des Netzanschlusses.
Welche Rolle spielt die Umsatzsteuer?
Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen rechnen mit Nettobeträgen, weil sie die 19 Prozent Umsatzsteuer zurückholen. Ohne Vorsteuerabzug verteuert die Umsatzsteuer jede Position.
Wo finde ich passende Förderprogramme?
Die Förderdatenbank des Bundes bündelt Programme von Bund, Ländern und Kommunen. Stellen Sie den Antrag vor der Auftragserteilung.