
Fuhrparkplanung
Teil von Ladeinfrastruktur Fuhrpark: Planung, Kosten und Betrieb
Ladeinfrastruktur Fuhrpark Anbieter und Systeme im Überblick
Ladeinfrastruktur Fuhrpark Anbieter im Überblick: ABB, Siemens, EnBW und Shell Recharge mit Ladeleistung, Kosten je Ladepunkt und Aufnahmekriterien für Flotten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Markt trennt sich in Hardwarehersteller wie ABB und Siemens und in Betreibernetze wie EnBW und Shell Recharge.
- AC-Wallboxen bis 22 kW decken lange Standzeiten ab, DC-Säulen ab 50 kW den Tagesbetrieb mit kurzen Pausen.
- Aufnahmekriterien sind Standort, Flottengröße, Vertragslaufzeit und ein angebundenes Ladebackend.
- Je Ladepunkt reicht die Investition von rund 1.500 Euro netto für eine Wallbox bis über 100.000 Euro für eine 350-kW-Säule.
- OCPP, MID-konforme Zähler und Eichrecht entscheiden über Abrechnung und Lastmanagement.
Anbieter und Systeme im Überblick
Der Markt ist zweigeteilt: Hersteller liefern Geräte und Steuerungssoftware, Betreiber verkaufen Strom, Betrieb und Abrechnung. Für Einkäufer zählt, welches Modell zum eigenen Hof passt. Die Auswahl nennt Systeme, Ladeleistung und Vertriebsweg.
Anbieter, Systeme, Ladeleistung
ABB
- Systeme
- Terra AC, Terra HP
- Ladeleistung
- 22 kW AC, 50-350 kW DC
- Vertrieb
- Fachpartner, Servicevertrag
Siemens
- Systeme
- VersiCharge, SICHARGE D
- Ladeleistung
- 22 kW AC, 160-300 kW DC
- Vertrieb
- Projektgeschäft mit Software
EnBW
- Systeme
- mobility+ Netz
- Ladeleistung
- 150-400 kW DC
- Vertrieb
- kWh-Tarif, Betriebsvertrag
| Anbieter | Systeme | Ladeleistung | Vertrieb |
|---|---|---|---|
| ABB | Terra AC Wallbox, Terra 54 bis Terra HP | 22 kW AC, 50 bis 350 kW DC | Kauf über Fachpartner, Servicevertrag |
| Siemens | VersiCharge AC, SICHARGE D | 22 kW AC, 160 bis 300 kW DC | Projektgeschäft mit Software |
| EnBW | mobility+ Netz, Flottenladeparks | 150 bis 400 kW DC | kWh-Tarif, Betriebsvertrag |
| Shell Recharge | Ladeparks, Flottenlösung mit Ladekarte | 22 kW AC bis 350 kW DC | Servicevertrag, Roaming |
| IONITY | Standorte an Autobahnen | bis 350 kW DC | Roaming über Partner |
Zwischen beiden Gruppen sitzen Dienstleister für das Ladebackend. Software von The Mobility House, ABB oder Siemens steuert Lastmanagement, Roaming und Abrechnung. Wer die Steuerung selbst betreibt, bleibt bei der Hardwarewahl flexibler. Neben ABB und Siemens fertigen Mennekes, KEBA, Alfen und Zaptec Wallboxen für Gewerbestandorte, verkauft über Elektrofachbetriebe.
Der Ausbau konzentriert sich auf Schnellladeparks an Autobahnen und Logistikstandorten. Betreiber sichern sich Flächen langfristig, weil der Netzanschluss der Engpass bleibt. Viele neue DC-Säulen lassen sich modular von 50 auf 150 kW erweitern, was den Einstieg offen hält. An Autobahnen konkurrieren EnBW, Shell Recharge und IONITY um Standorte.
AC oder DC: die technische Weiche
Wechselstrom bis 22 kW passt zu Fahrzeugen, die nachts oder über Schichten stehen. Ein Ladepunkt mit 11 kW genügt meist, was Zuleitung und Installation günstig hält. Technische und regulatorische Unterschiede ordnet der Vergleich von AC- und DC-Ladeinfrastruktur des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ein.
Gleichstrom ab 50 kW lohnt sich, wenn Fahrzeuge tagsüber in kurzen Fenstern nachladen. Die Säule kostet ein Vielfaches einer Wallbox, der Netzanschluss ebenfalls. Die EU-Verordnung AFIR verlangt an neuen öffentlichen Schnellladepunkten ab 50 kW Kartenzahlung.
Was Betreiber von Flottenkunden verlangen
Standort: Betreiber kalkulieren mit der Leistung vor Ort. Fehlt eine Trafostation oder Reserve im Hausanschluss, trägt der Kunde die Erschließung meist selbst.
Laufzeit: Rahmenverträge laufen oft drei bis fünf Jahre. Mindestabnahmemengen sind üblich, wenn der Betreiber Fläche und Hardware finanziert und den Betrieb übernimmt.
Technik: Verlangt werden eine offene Schnittstelle nach OCPP, MID-konforme Zähler und ein Lademanagementsystem für Fahrzeuge, Nutzer und Kostenstellen. Welche politischen Rahmenbedingungen für Ladeinfrastruktur gelten, fasst das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zusammen.
Abrechnung: Ladekarten und Roaming decken Fahrten außerhalb des Hofs ab. Für die Zuordnung braucht es Kostenstellen je Fahrzeug oder Fahrer. Der Bund setzt mit der Ladesäulenverordnung technische Mindeststandards, Länder und Kommunen ergänzen Vorgaben über Bauordnung und Stellplatzsatzungen.
Förderung: Mehrere Bundesprogramme wurden nach Erschöpfung der Mittel geschlossen. Einzelne Länder und Kommunen fördern weiter, teils mit begrenztem Budget und eigenen Fristen.
Beispielrechnung: 20 Ladepunkte am Betriebshof
Angesetzt werden 20 Wallboxen mit 11 kW. Die Hardware liegt bei 1.200 Euro netto je Punkt, zusammen 24.000 Euro. Für Tiefbau, Kabelwege und Netzanschluss sind 30.000 Euro veranschlagt.
Das Backend kostet 5 Euro je Ladepunkt und Monat, im Jahr 1.200 Euro. Dazu kommen Wartung und Eichrechtsprüfung. Eine DC-Säule mit 150 kW startet bei rund 60.000 Euro netto, ohne Anschluss und Tiefbau.
Die Rechnung zeigt eine Größenordnung, nicht den Einzelfall. Tiefbau, Trafo und Auslastung verschieben die Summe deutlich. Kosten- und Marktdaten zu Ladeinfrastruktur pro Ladepunkt veröffentlicht der BDEW regelmäßig.
Vom Bedarf zum Rahmenvertrag
- Fahrprofile erfassenStandzeiten, Tageskilometer und Rücksprungzeiten je Fahrzeuggruppe notieren.
- Netzanschluss prüfenverfügbare Leistung, Trafo und Lastspitzen mit dem Verteilnetzbetreiber klären.
- Angebote vergleichenHardware, Backend, Abrechnung, Service und Preisbindung gegenüberstellen.
- Vertrag schließenLaufzeit, Kündigungsfrist, Servicestufen und Ersatzteilversorgung festhalten.
Häufige Fragen
Welche Ladeleistung braucht ein Fuhrpark?
Für Pkw mit langen Standzeiten genügen 11 kW Wechselstrom. Transporter und Fahrzeuge im Mehrschichtbetrieb brauchen 50 kW und mehr, sonst reicht die Pause nicht für den nächsten Einsatz.
Was kostet ein Ladepunkt für Gewerbekunden?
Wallboxen kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro netto, DC-Säulen mit 150 kW zwischen 60.000 und 100.000 Euro. Tiefbau, Trafo und Backend kommen hinzu. Wie sich Stromtarife und Ladekosten bei E-Mobilität zusammensetzen, erläutert die Verbraucherzentrale.
Nehmen Betreiber kleine Flotten auf?
Netzbetreiber wie EnBW und Shell Recharge verkaufen Zugang über Verträge und Ladekarten. Mindestgrößen und Aufnahmekriterien für den eigenen Standort stehen in den jeweiligen Konditionen.
Wer wartet die Ladeinfrastruktur?
Bei Betriebsmodellen liegt die Wartung beim Betreiber, bei Kaufmodellen beim Eigentümer. Eichrechtskonforme Zähler müssen regelmäßig nachgeeicht oder getauscht werden.
Welche Förderung ist für Ladeinfrastruktur verfügbar?
Bundesprogramme sind weitgehend ausgelaufen. Länder und Kommunen fördern teils weiter, abhängig vom Budget. Anträge laufen meist vor der Bestellung.



